Diakonie Münster

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Beratungs- und BildungsCentrum unterstützt Menschen bei kleinen und großen Sorgen

Wie der herausfordernde Alltag gut gelingen kann

Beratungs- und BildungsCentrum, 24. September 2019

"Wir hatten ein schönes Wochenende mit der ganzen Familie", betont Frau S. "Freitag war das Kindergartenfest, den Samstag haben wir mit der ganzen Familie zuhause verbracht und abends gemeinsam mit den Kindern Fern gesehen. Am Sonntag waren wir im Schwimmbad - insgesamt war alles eigentlich sehr schön. Nur dieses „Rattergefühl“ in mir und die tiefe Erschöpfung am Abend", berichtet Frau S. verunsichert ihrer Beraterin Maike Meyer zu Gellenbeck, Mitarbeiterin im Beratungs- und BildungsCentrum (BBC) der Diakonie Münster, von ihrem Gemütszustand. Dieses Gefühl sei die ganze Zeit da und habe sie nicht mehr los gelassen. Sie komme einfach nicht mehr runter, sie müsse immer weitermachen.

Schnell noch die Wäsche waschen, das Essen kochen, noch in Windeseile den Kuchen für das Kindergartenfest backen, die Einladungen für den anstehenden Kindergeburtstag basteln und Geschenke im Internet bestellen. Alles in Eile und aus dem Gefühl heraus, niemals fertig zu werden.

 

 

„Mein Mann versteht nicht, warum ich immer so viel Stress mache“, betont Frau S weiter. „Wenn er das mir gegenüber äußert, gibt es immer Streit.“ beschreibt sie ihre unglückliche Situation, in der sie Unterstützung im BBC sucht. Seit 4 Monaten kommt sie zu Gesprächen ins BBC. Ursprünglich, um sich „schnell“ einen Rat zu holen, wegen der Wutausbrüche ihrer 5-jährigen Tochter Luise. Im Verlauf der Beratung wird allerdings schnell deutlich, dass hier viele Umstände zusammen spielen, an die sie bislang noch überhaupt nicht gedacht hatte. Bald schon liegen einige andere Themen auf dem Tisch. "Eine schwierige Situation, in der sich Frau S. befindet", bestätigt Maike Meyer zu Gellenbeck. „Sehr häufig kommen die Menschen erst zu uns, wenn der Akku bereits leer, die Gesundheit schon angeschlagen oder die Paarkonflikte gravierend sind. Grundsätzlich gilt, je früher die Menschen zu uns kommen, umso leichter ist der Weg aus dem Hamsterrad heraus. Erst wenn ich weiß, was ich will, kann ich entscheiden, welche Denk- und Verhaltensmuster ich beibehalten und welche ich verändern möchte.“, erklärt die Beraterin. „Es tut so gut, einfach mal zu erzählen, was zuhause und in meinem Leben  eigentlich los ist. Familie, Arbeit, Freunde, Nachbarn. Zum Beratungs- und BildungsCentrum in die Beratung zu gehen ist für mich wie für eine Stunde aus dem „Hamsterrad aussteigen“, den Pausenknopf drücken“, bestätigt Frau S. weiter. „Die Beratungsgespräche bieten die Möglichkeit, aus einer anderen Perspektive auf das Geschehen im Alltag zu schauen. Automatisierte Verhaltensweisen erkennen, Gedanken, die sich mit der Zeit verselbstständigen überprüfen, Bedürfnisse in den Blick nehmen. Es geht nicht darum, das eigene Verhalten sofort zu ändern und verbessern, damit kann für viele Ratsuchende neuer Druck und Optimierungsstress entstehen," erläutert die Beraterin.

"Häufig sei es zu Beginn eines Beratungsprozesses erst einmal wichtig, das eigene Denken und Verhalten wertfrei wahrzunehmen. Sich bewusst zu werden, warum man sich wie verhält und welche Denkprozesse oder Automatismen welche Verhaltensweisen befördern. Ein “Verständnis für sich selbst entwickeln.“ beschreibt Maike Meyer zu Gellenbeck diesen Prozess zusammenfassend. „Den als stressig empfundenen Alltag reflektiert wahrzunehmen, heißt nicht automatisch, weniger zu tun oder kontinuierlich Pausen einzubauen. Manchen Menschen hilft es bereits, Wege zu finden, sich und die eigene Umwelt wieder wahrzunehmen. Gerne stehen wir mit unseren vielfältigen Beratungs- und Bildungsangeboten für die kleinen und großen Fragen und Sorgen des Alltags zur Verfügung", betont Maike Meyer zu Gellenbeck abschließend.

Weitere Informationen erhalten Interessierte im Beratungs-und BildungsCentrum der Diakonie Münster unter der Telefonnummer 0251/490150 oder direkt am Alter Steinweg 34 in Münster.