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Diakonie plant Schließung der Evangelischen Familienbildungsstätte im Sommer

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Hintergründe der Entscheidung

Die Diakonie Münster plant, die Evangelische Familienbildungsstätte (Fabi) im Sommer dieses Jahres zu schließen. Dieser Entscheidung ist eine intensive Prüfung vorausgegangen, die gezeigt hat, dass die Evangelische Familienbildungsstätte unter den aktuellen strukturellen, finanziellen und personellen Rahmenbedingungen nicht dauerhaft in der erforderlichen Qualität und Verlässlichkeit betrieben werden kann. Ziel ist es, möglichst viele Angebote auf andere Träger überzuleiten, um deren Fortbestand zu sichern. Alle derzeit laufenden Kurse finden wie geplant statt, und für aktuell ausgeschriebene Angebote ist eine Anmeldung weiterhin möglich.

Das Beratungs- und BildungsCentrum der Diakonie Münster hatte die Fabi im Jahr 2023 übernommen, um deren Fortbestand in einer Situation zu sichern, die schon in den Jahren vor Beginn der Corona-Pandemie sehr herausfordernd war. Trotz organisatorischer und konzeptioneller Anpassungen zeigen sich die aktuellen Rahmenbedingungen jedoch als dauerhaft nicht tragfähig.

Die prognostizierte Rückkehr der Teilnehmendenzahlen auf das Niveau vor der Pandemie ist nicht eingetreten. Nach Corona haben sich Nutzungsgewohnheiten dauerhaft verändert. Insbesondere die finanziellen Rahmenbedingungen haben sich – wie bei anderen sozialen Angeboten auch – in einer Weise verschärft, die eine nachhaltige Finanzierung nicht mehr zulässt. Kürzungen in der Landesförderung, die keinen inflationsbedingten Ausgleich vorsehen, treffen auf gleichzeitig weiter steigende Kosten. Hinzu kommt die schrittweise Reduzierung kirchlicher Fördermittel für Familienbildung, die ab dem Jahr 2027 vollständig entfallen werden. Ursächlich hierfür sind die langfristig rückläufigen Kirchenmitgliederzahlen und die damit verbundenen geringeren Kirchensteuer-Einnahmen. Zugleich sind insbesondere Miet- und Betriebskosten weiter gestiegen.

Eine zusätzliche Herausforderung war zudem der Verlust des traditionsreichen Paul-Gerhardt-Hauses, das über Jahrzehnte ein zentraler und beliebter Standort der Fabi war. Alternative Standorte konnten die gewachsene Bedeutung der früheren Räumlichkeiten leider nicht in gleicher Weise erfüllen.

„Unter den veränderten strukturellen Rahmenbedingungen sind wir nach einem intensiven Prüfprozess zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Fortführung der bisherigen Strukturen nicht auf verantwortbare Weise möglich ist. Die Entscheidung ist uns sehr schwergefallen“, erklärt Sven Waske, Vorstand der Diakonie Münster.

Parallel dazu arbeitet das Beratungs- und BildungsCentrum daran, eine geordnete Überleitung möglichst vieler Angebote zu erreichen. „In Gesprächen mit Kooperationspartnern setzen wir uns dafür ein, die Fortführung von Kursen und Angeboten zu sichern und Beteiligten neue Perspektiven zu eröffnen“, so Marion Kahn, Geschäftsleitung des Beratungs- und BildungsCentrums.

 

Weitere Informationen und die Anmeldung zu laufenden Kursen finden Sie hier.