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Die treue Herberge: 25 Jahre im Dienst der Menschen

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Diakonie Münster verabschiedet Beanka Ganser aus dem Verwaltungsrat und ehrt Jubilare

Es ist ein spätsommerlicher Sonntagmorgen im Münsteraner Kreuzviertel. Vor der Adventskirche beim Diakonissenmutterhaus versammeln sich Menschen in kleinen Gruppen, die Sonne meint es gut mit diesem 6. September. Viele haben ihre Familienangehörigen mitgebracht. Es ist ein Tag des Innehaltens, des Zurückblickens und vor allem: der aufrichtigen Wertschätzung. Acht Mitarbeitende der Diakonie Münster werden heute für ein besonderes Jubiläum geehrt – sie stehen seit über einem Vierteljahrhundert im Dienst der Mitmenschen.

25 Jahre bei der Diakonie. Die meisten sogar bei demselben diakonischen Arbeitgeber: Was früher die Norm war, ist auf dem modernen Arbeitsmarkt eine Seltenheit geworden. Sie ist das Resultat eines Gebens und Nehmens, einer gelebten Kultur der Anerkennung. Genau diese Kultur steht im Mittelpunkt des Diakonie-Sonntags.

Als Zeichen des Dankes erhalten die Jubilare das goldene Kronenkreuz der Diakonie sowie Blumen. Es sind Sabine Scholz, Irina Titus Livius und Michael Wierling aus dem Kinder-, Jugend- und Familiendienst, sowie Lydia Weigant, Anna Derkachenko, Andreas Tebbe und Nadeschda Bitter aus dem Haus Simeon. Anlässlich ihres Ausscheidens aus dem Verwaltungsrat erhält auch Beanka Ganser nach über 25 Jahren beruflich und ehrenamtlichem diakonischen Engagement das Kronenkreuz.

„Gerade in Zeiten, in denen es nicht mehr selbstverständlich ist, der Diakonie über so viele Jahre hinweg seine Treue zu schenken, ist diese Ehrung eine kleine Würdigung dieses besonderen Dienstes“, bringt es Pfarrer Sven Waske, theologischer Vorstand der Diakonie, auf den Punkt.

Gemeinsam mit dem Verwaltungsratsvorsitzenden und Superintendenten des evangelischen Kirchenkreises Münster, Pfarrer Holger Erdmann, gestaltet Waske den Gottesdienst. Im Zentrum steht die Geschichte vom barmherzigen Samariter (Lukas 10, 25-37). Doch Waske wählt bewusst einen anderen Fokus – einen, der die leise, kontinuierliche Arbeit der Mitarbeitenden würdigt und den Bogen zur beruflichen Realität in der Diakonie spannt.

Oft, so Waske, schwinge über der Arbeit in Kirche und Diakonie ein leiser Verdacht mit. Der Vorwurf laute: Man sei eigentlich nicht der Samariter, der spontan hilft, sondern vielmehr der Wirt, der organisiert, verwaltet und am Ende die Rechnung schreibt. „Manchmal kann sich das sicherlich so ein bisschen anfühlen, als wäre das die zweite Liga der Barmherzigkeit. Weniger nah dran am Evangelium“, beschreibt der Pfarrer die Zweifel, die auch Pflegekräfte, Sozialarbeiter oder Verwaltungsangestellte manchmal beschleichen mögen.

Der spontane Impuls des Helfens sei wichtig, doch ohne Dauer und Verlässlichkeit bliebe jede Hilfe unvollständig. „Der Wirt sorgt dafür, dass es weitergeht. Dass der Verletzte bleiben kann. Dass Heilung Zeit bekommt“, heißt es in der Predigt. Genau hierin liege die Essenz der sozialen Arbeit: „Gut für Menschen zu sein beginnt nicht erst beim spontanen Helfen. Sie beginnt auch da, wo Verantwortung übernommen wird, damit Hilfe verlässlich wird.“

Es sind diese Worte, die den Begriff der Wertschätzung an diesem Morgen mit Leben füllen. Sie zeigen den Mitarbeitenden, dass ihre tägliche, oft unsichtbare Routinearbeit – sei es am Pflegebett, in der Konfliktlösung der Jugendhilfe oder bei der Wartung der Haustechnik – gesehen und zutiefst geschätzt wird. Waske nennt dies die „treue Herberge“ und die „gut organisierte Liebe“.

Diese organisierte Liebe prägte auch die Arbeit von Beanka Ganser, die im Rahmen des Gottesdienstes aus dem Verwaltungsrat verabschiedet wird. Während ihrer Amtszeit hatte sie sich unermüdlich für Kinder und Familien starkgemacht. Sie verstand sich selbst als Anwältin dieser vulnerablen Gruppen – eine Aufgabe, die sie mit fachlicher Expertise und großem Herzen ausfüllte und für die ihr an diesem Tag ein besonderer Dank ausgesprochen wird.