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Suchtgeflüster: Podcast der Suchtberatung geht an den Start

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Die Suchtberatung der Diakonie Münster geht neue Wege: Mit einem eigenen Podcast möchte das Team Menschen für das Thema Sucht interessieren, sensibilisieren und darüber informieren. Mit diesem Schritt öffnet das Team einen zusätzlichen, niedrigschwelligen Zugang zu Wissen und Unterstützung rund um Abhängigkeitserkrankungen – für Betroffene, Angehörige und alle Interessierten. Der Podcast bietet die Möglichkeit, komplexe Zusammenhänge verständlich und unmittelbar zugänglich zu machen. Er soll Hemmschwellen abbauen, Einblicke in die Arbeit der Suchtberatung geben und zeigen, welche vielfältigen Hilfen das Suchthilfesystem bereithält. So kann er Menschen auch dazu ermutigen, diese Hilfen in Anspruch zu nehmen.

Wie ist die Idee entstanden, ein solches Format zu entwickeln? Welche Themen stehen im Mittelpunkt? Und was erhofft sich das Team von diesem neuen Angebot?
Im Interview berichten Marion Lischka und Christian Heuck als Suchtberater des Beratungs- und BildungsCentrums der Diakonie Münster von der Motivation hinter dem Projekt, ihren ersten Erfahrungen und ihren Plänen für die Zukunft.

Wie ist die Idee entstanden, einen Podcast für die Suchtberatung der Diakonie Münster zu starten?

Marion Lischka & Christian Heuck:

Die Idee entstand aus dem Wunsch, neue Wege zu gehen und mehr Menschen zu erreichen. Früher haben wir Informationen zu unserer Suchtberatung hauptsächlich über Flyer verbreitet. Das war sehr begrenzt. Mit einem Podcast bieten sich uns viel mehr Möglichkeiten: Wir können detaillierter auf unsere Arbeit eingehen und ein breiteres Publikum ansprechen. Insbesondere auch Menschen, die vielleicht nicht sofort den Weg in die Beratung suchen, aber dennoch an den Themen interessiert sind. Die Idee für das Format kam durch eine Fortbildung, die Stefanie Bötsch, eine bekannte Podcasterin im Bereich Suchtprävention und -beratung, gegeben hat. Sie hat uns inspiriert, diesen neuen Kanal auszuprobieren.

Was war Ihr Ziel oder Ihre Motivation hinter diesem Format?

Marion Lischka & Christian Heuck:

Unsere Motivation war und ist es, Menschen zu erreichen, die vielleicht noch gar nicht mit der Suchtberatung in Berührung gekommen sind, die möglicherweise sogar selbst vom Thema betroffen, aber noch nicht bereit oder in der Lage sind, in die Beratung zu kommen. Der Podcast soll eine niedrigschwellige Möglichkeit bieten, sich mit dem Thema Sucht auseinanderzusetzen. Wir möchten aufzeigen, wie wir arbeiten, und ein realistisches Bild von Abhängigkeit vermitteln, sowohl für Betroffene als auch für deren Angehörige.

An wen richtet sich der Podcast? wer soll sich angesprochen fühlen?

Marion Lischka & Christian Heuck:

Der Podcast richtet sich grundsätzlich an alle, die sich für das Thema Sucht und Abhängigkeit interessieren. Dazu gehören natürlich Betroffene und deren Angehörige, aber auch Menschen, die sich fragen, was Sucht eigentlich bedeutet, wie sie „funktioniert“, die mehr über die Angebote im Suchthilfesystem erfahren möchten oder einfach wissen wollen, wie eine Suchtberatung konkret abläuft.

Welche Themen werden im Podcast behandelt?

Marion Lischka & Christian Heuck:

Wir möchten einen breiten Themenmix bieten: Wie läuft eine Suchtberatung ab? Mit welchen Problemen, mit welchen Süchten kommen Menschen in die Beratung? Welche Hilfestellungen können wir Betroffenen und Angehörigen anbieten? Es geht darum, Einblicke in unsere Arbeit zu geben und gleichzeitig zu zeigen, wie vielfältig die Themen rund um Sucht und Abhängigkeit sind.

Wird es eher um persönliche Geschichten, Fachwissen oder praktische Hilfestellungen gehen, oder um eine Mischung?

Marion Lischka & Christian Heuck:

Bisher haben wir in den ersten Folgen vor allem Einblicke in unsere Arbeit gegeben und das Suchthilfesystem beschrieben, auch mit Hilfe von Gästen, die in diesem System verschiedene Angebote machen. Neben spezielleren Fragestellungen und Themen würden wir in Zukunft gerne auch persönliche Geschichten von Betroffenen einfließen lassen, um den Podcast, um deren Perspektive zu ergänzen.

Gibt es ein Thema, das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Marion Lischka & Christian Heuck:

Besonders am Herzen liegen uns die Angehörigen von Menschen mit Suchtproblemen. Sie sind oft im Hintergrund, haben aber genauso viel Unterstützung nötig wie die Betroffenen selbst. Das gilt auch und noch einmal besonders für die spezielle Angehörigengruppe der Kinder in suchtbelasteten Familiensystemen.

Wer kommt im Podcast zu Wort – Fachkräfte, Betroffene, Angehörige?

Marion Lischka & Christian Heuck:

Bisher waren ausschließlich Fachkräfte sowie Koordinatorinnen und Koordinatoren von Selbsthilfegruppen zu Gast. Diese Menschen sind in ihrer RolleTeil des Suchthilfesystems und können – zum Teil auch aus eigener persönlicher Betroffenheit – wertvolle Einblicke in die Arbeit im Bereich der Suchthilfe geben. Für zukünftige Folgen wünschen wir uns, dass auch Betroffene und Angehörige zu Wort kommen, die ihre Erfahrungen und Perspektiven einfließen lassen.

 

Zwei Personen mit Kopfhörern auf den Ohren.

Marion Lischka und Christian Heuck haben den Podcast Suchtgeflüster ins Leben gerufen.

Wie gelingt es Ihnen, im Podcast sensible Themen respektvoll und offen anzusprechen?

Marion Lischka & Christian Heuck:

Im Podcast gehen wir genauso respektvoll mit den Themen um wie in unserer Beratung. Der respektvolle Umgang mit den Klientinnen und Klienten und ihren Erfahrungen ist für uns selbstverständlich. Wir möchten, in der Beratung ebenso wie im Podcast, einen Raum schaffen, in dem auch schwierige Themen offen und ohne Scham angesprochen werden können.

Was wünschen Sie sich, dass Hörerinnen und Hörer aus dem Podcast mitnehmen?

Marion Lischka & Christian Heuck:

Ein großer Wunsch ist es, dass wir dazu beitragen, die Scham, die oft mit dem Thema Sucht verbunden ist, abzubauen. Viele Menschen haben Berührungsängste mit dem Suchthilfesystem und wir hoffen, dass unser Podcast diese Ängste reduziert und den Zuhörerenden den Weg zu einer möglichen Hilfe erleichtert. Gerne möchten wir auch einen Beitrag zur Enttabuisierung von Sucht in der Gesellschaft insgesamt leisten.

Können Sie schon etwas über die Themen oder Gäste verraten?

Marion Lischka & Christian Heuck:

In der ersten Staffel haben wir in zwei Folgen bereits interessante Gäste eingeladen, nämlich zum Thema der Qualifizierten Entgiftung in Hörstel und Suchtselbsthilfegruppen des Kreuzbundes Münster.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Projekts? Ist schon eine zweite Staffel geplant?

Marion Lischka & Christian Heuck:

Wir hoffen, dass der Podcast gut ankommt und die Hörerinnen und Hörer davon profitieren. Für uns ist es wichtig, dass wir weiterhin Spaß daran haben, die Folgen zu produzieren und relevante Themen rund um Sucht und Suchtberatung anzusprechen. Eine zweite Staffel ist definitiv geplant! Inhaltlich wollen wir noch tiefer in bestimmte Themen eintauchen, wie zum Beispiel: Was genau ist Sucht? Wie wirkt Sucht in der Familie? Diese Fragen werden uns weiter beschäftigen, und wir hoffen, dass wir damit viele Menschen erreichen können.

Wenn Sie mehr über die Hintergründe, Erfahrungen und Themen erfahren möchten – oder einfach neugierig geworden sind –, dann hören Sie gern in den Podcast hinein: https://open.spotify.com/show/3BINf8DzQVLItPmRnGswm8

Viel Freude beim Entdecken der ersten Folge!