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Mehr Flexibilität und Gelassenheit

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Seit mehr als einem Jahr leben alle Menschen mit den unterschiedlichsten Einschränkungen in ihrem Lebensalltag.  Für getrennt lebende Eltern bilden die bekannten Regelungen wie Home-Schooling und Kontaktbegrenzungen noch einmal zusätzliche Schwierigkeiten. Bewährtes, wie zum Beispiel der Schwimmbadbesuch am Wochenende, fällt jetzt aus. Umgangsregelungen, die sich eingespielt haben, sind nicht mehr umsetzbar. Bei vielen liegen die Nerven blank, Konflikte eskalieren, und strittige Prozesse werden weiter befeuert. Solche Schilderungen hören die Mitarbeitenden des Beratungs -und BildungsCentrums der Diakonie Münster (BBC) nun oft.

Umgangsregelungen gelassener gestalten

Doch was können getrennt lebende Eltern konkret tun? Wenn Corona dafür sorgt, dass Absprachen im Umgang derzeit nicht funktionieren, dann brauche es mehr Flexibilität und Gelassenheit, sagen die Beraterinnen und Berater des BBC – wissen aber gleichzeitig, wie schwierig die Umsetzung im familiären Alltag ist.

Ihr Tipp: Regeln müssen nicht in Stein gemeißelt sein. Was jetzt gerade funktioniert, ist hilfreich – auch wenn es nur für einige Wochen gilt. Sorgerechtsfragen seien berechtigt und wichtig, aber in der nächsten Zeit gelte es, für die Kinder alltagspraktische Lösungen zu finden. „Achten Sie beide als Eltern auf die Signale ihrer Kinder“, so die Mitarbeitenden des Teams der Psychologischen Beratung im BBC.

Unter Umständen sei es angesichts der aktuell schwierigen Lebenssituation vielleicht auch möglich, Neues in Absprachen und Regelungen zu versuchen. So kann das Wochenende beim Vater auch mal bis Dienstag gehen, weil dieser das Home-Schooling gerade leichter organisieren kann. „Gute Lösungen sind immer Lösungen, die die Kinder verstehen und beide Eltern mittragen können“, heißt es aus dem BBC.

Das Wohlergehen der Kinder steht im Vordergrund

Vielleicht empfinde man als betroffene Mutter oder Vater eine bestimmte Regelung als ungerecht oder nicht akzeptabel – aber auch ein Mittragen solcher Regelungen könne für begrenzte Zeit durchaus hilfreich sein, um akute Konflikte zu reduzieren. Auch in den Beratungen werde immer wieder das Ringen der Eltern um das Wohlergehen ihrer Kinder deutlich. Kinder profitierten in jedem Fall von etwas mehr Gelassenheit und weniger Spannung.

Grundsätzlich bieten die Beraterinnen und Berater des Beratungs- und BildungsCentrums der Diakonie den Menschen die Möglichkeit, sich mit ihren unterschiedlichsten Anliegen und Fragestellungen an sie zu wenden. Neben den Themen Erziehung, Familie und allgemeineren Lebensfragen bieten die Expertinnen und Experten spezialisierte Beratung auch zu Existenzsicherung, Migration, Schulden, Sucht, rechtliche Betreuung, Schwangerschaft und frühe Kindheit. Außerdem werden zum vorgenannten Themenfeld Elternkurse wie „Kinder im Blick“ oder Beratungen für getrennte Eltern angeboten. Nähere Informationen erhalten Interessierte unter der Telefonnummer 0251-490150.